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Das Finalisten-Trio ist komplett

Autor : Andreas Stettler – Di, 22.09.2020

Warum sich vielleicht ein Hummer über den Untergang der Titanic gefreut haben könnte und wie zynisch es eigentlich ist, einen Baum mit einer Axt aus seinem eigenen Holz zu fällen – solche krassen Perspektivenwechsel und Denkaufgaben hatte der junge Winterthurer Cenk für das corona-maskierte Publikum im Schwager Theater auf Lager. Mit seiner ungewöhnlichen, für einmal nicht anthropozentrischen Sicht der Welt stellte er ebendiese auf den Kopf und die Jury wie auch die Zuschauer/-innen vor eine recht leichte Entscheidung. Sein Mitbewerber im kleinen Final, der Bundi aus Bern, musste ihm den Einzug in die Endrunde überlassen. Diese findet am 11. November 2020 im Rahmen des Bonsai-Festivals der Oltner Kabarett-Tage statt. Die weiteren Anwärter auf den gut dotierten Nachwuchspreis sind Badumts (Sieger 1. Runde) und Nina Wägli (Siegerin 2. Runde).

 

Cenk | Der Bundi

Was die Vielfalt der Casting-Auftritte ausmacht, ist unter anderem die unterschiedliche künstlerische Herkunft der Teilnehmenden. Bei Cenk spürte man den Standup-Comedian, ein Fach, das er in Richtung Kabarett verlassen will. Beim Bundi drückte der Schreiberling und der Spoken-Word-Akrobat mit seinem flinken Mundwerk durch. Er, der sonst seine Texte vorliest, vermied dies tunlichst auf der Kabarettbühne und las das Geschriebene halt auswendig vor, wie er es mit einem Augenzwinkern formulierte.

 

Rike Wagner | Nikorrekt

Zuvor hatten Rike Wagner und Nikorrekt a.k.a. Nikolaus Nagl den deutschsprachigen Raum ausserhalb der Schweiz vertreten. Die Niederbayerin Wagner, in wunderbar schwerem „Bäärisch“ vortragend, war der Meinung, dass frau ohne Kinderwunsch eigentlich gar kein Argument hat, sich einen Mann anzulachen, und dass das Single-Sein eine lebensverlängernde Massnahme sei. Der Wiener Nikorrekt sinnierte über den Grant – also die Unfreundlichkeit – seiner Heimatstadt und fand fröhliche Menschen grundsätzlich supekt.

Der Finalabend des Oltner Kabarett-Castings wird nach heutigem Kenntnisstand zu den dannzumal geltenden Bedingungen am 11. November 2020 um 20 Uhr im Schwager Theater an der Industriestrasse 78 in Olten durchgeführt.

Weitere Bilder in der Galerie (Fotos: Remo Fröhlicher)

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War der Sieg vorprogrammiert?

Autor : Andreas Stettler – Mi, 11.03.2020

Darf man das Wort «Rampensau» in den Mund nehmen? Wenn man damit Nina Wägli meint, ist es auf jeden Fall positiv gemeint! Die unter anderen bei Dimitri ausgebildete Clownin aus Bern lud das Schwager Theater mit einer enormen Energie auf und verhedderte sich so köstlich in den Herausforderungen des Lebens, dass sie es in den Final schaffte.

Nina Wägli  Gregor Stäheli

Nina Wägli | Gregor Stäheli

Natürlich ging bei dieser Wahl durch Jury und Publikum alles mit rechten Dingen zu. Vorprogrammiert, und zwar schon im Mutterleib, sind laut Wägli aber die und Schwierigkeiten und Sorgen jedes einzelnen Menschen, trotz Personenleit-system und kuriosen «linken-Zeigefinger-ins-rechte-Nasenloch-stecken»-Entscheidungshilfen. Eine schwierige Wahl hatten die Abstimmenden auch zwischen Wägli und Gregor Stäheli, der den Abendsieg nur knapp verpasste. Der Dramakönig, der immer und überall einen Grund findet für eine emotionale Übertreibung, war nach 2019 noch einmal in Olten angetreten.

Elena Seeger

Verena Richter | Elena Seeger

Verena Richter liess das Publikum mit ihrer Sprachakrobatik fast schwindlig zurück, nachdem sie ohne Luft zu holen gekonnt Satzstellungen und Wörter komplett verdreht hatte. Elena Seeger, die musikalischste der vier KünsterInnen, sang Lieder über sprechendes Gemüse und ihre eigene Hochzeit, bei der ein kleines Detail vergessen ging: Der Bräutigam.

Jan Rutishauser 

Moderator Jan Rutishauser

Nina Wägli ist nun die zweite Protagonistin im Final des 9. Kabarett-Castings, einer Talentsuche im Rahmen der Oltner Kabarett-Tage. Die oder der dritte Finalteilnehmende wird in der letzten Vorrunde vom 31. März ebenfalls im Schwager Theater an der Industriestrasse 78 in Olten erkoren. Das Final findet im Rahmen der Oltner Kabarett-Tage am 12. Mai statt.

 Weitere Bilder in der Bildergalerie.

Fotos: Dieter Graf

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Präsentation Festival 2020 – 2. Woche

Autor : OKT – Do, 05.03.2020

Auszüge aus dem Programm der 33. Oltner Kabarett-Tage

Das komplette Programm finden Sie unter «Programm 2020»

Mo 11. Mai 2020, Schützi: Surprise

Die Gebirgspoeten

«Arthrose vom Napf»

 

Das Programmteam zu den Gebirgspoeten:


«Es ist nicht einfach, den Stil und den Humor von Matto Kämpf, Rolf Hermann und Achim Parterre, die sich als Trio Gebirgspoeten nennen, zu beschreiben. Ich versuche es mit dem Videoausschnitt. Das Video stammt nicht aus dem aktuellen Programm. Dieses wird aber sicher nicht weniger skurril und aberwitzig sein – die Gebirgspoeten können nämlich nicht aus ihrer Haut.»

(Rolf Wirz)


Di 11. Mai, Schwager Theater

9. Oltner Kabarett-Casting FINALABEND

Moderation: Jan Rutishauser

 

Das Programmteam zum Kabarett-Casting-Final:

«Wir stehen mitten in der neunten Ausgabe des Kabarett-Castings. Einmal mehr haben wir zwölf sehr unterschiedliche Kabarettistinnen, Kabarettisten und Ensembles eingeladen. Von diesen messen sich jeweils vier an den drei Vorrundenabenden. Den ersten haben Badumts gewonnen. Darauf, wer sonst noch am Final dabei ist, sind wir selber am meisten gespannt. Sicher sind wir, dass es am 11. Mai wieder einen hochstehenden und spannenden Finalabend um den Förderpreis und ein grosses Gurkenglas gibt.»

(Rolf Wirz)

Schülervorstellung nur für Schulen: Mi 13. Mai, Schützi

Alex Porter

«Zauberer, Performer, Theatermacher»
Trotzdem interessiert? Melden Sie sich bei der Geschäftsstelle.


Das Programmteam zur Schülervorstellung mit Alex Porter:


«Alex Porter, ein Zauberer mit über 30-jähriger Bühnenerfahrung, wird unser junges Publikum mit seinen überraschenden Tricks verblüffen und mit seinen lustigen Geschichten verzaubern. Er fasziniert die jungen und älteren Zuschauerinnen und Zuschauer immer wieder mit seiner spielerischen Leichtigkeit.»

(Käthi Wirz)


Mi 13. Mai, Stadttheater

Simon Enzler

«wahrhalsig»

 

 Das Programmteam zu Simon Enzler:

«Dr Appezäller kommt endlich wieder einmal nach Olten. Seit 20 Jahren auf der Bühne – Swiss Comedy-Award, Salzburger Stier, Prix Walo und schliesslich 2012, sein wichtigster Preis: das Cornichon. Am Anfang war sein Markenzeichen das Poltern und Fluchen, und das im schönsten Appenzeller Dialekt. In der Zwischenzeit ist er viel differenzierter, kritischer und satirischer unterwegs – natürlich immer noch durchsetzt mit dem Appenzeller Bauerncharme. In seinem neuen Programm «wahrhalsig» stellt er viele Fragen. Und Zitat: Am Schluss bleibt eine einzige Antwort: Nicht alles, was wahr wird, war gewünscht. Für mich ist Simon Enzler sicher einer meiner Favoriten an diesem Festival.»

(Claude Schoch)


Mi 13. Mai, Schützi

Sarah Hakenberg

«Dann kam lange nichts»

 

Das Programmteam zu Sarah Hakenberg:


«In ihrem neuen Programm beschäftigt sich Sarah Hakenberg vor allem mit ihrem Umzug aus der Grossstadt in die Provinz. «Dann kam lange nichts», hat ihr ein Freund berichtet, der mit der Bahn Deutschland und auch ihre neue Heimat Ostwestfalen bereist hat. Die Texte der kleinen, gewitzten und charmanten Liedermacherin sind heiter und beschwingt, aber auch bitterböse und hinterlistig. Wagen Sie mit Sarah Hakenberg einen Ausflug in die Provinz oder lassen Sie sich von ihr erklären, warum sie nie eine Kreuzfahrt buchen würde.»

(Käthi Wirz)

 


Do 14. Mai, Stadttheater

Gerhard Polt & die Well-Brüder

«40 Jahre Polt und Well-Brüder – Im Abgang nachtragend»
Einschränkung: max. 2 Tickets pro Mitglied

 

Das Programmteam zu Gerhard Polt und den Well-Brüdern:


«Was soll man zu Gerhard Polt und den Well-Brüdern noch sagen? Es gibt wohl keinen, der die Menschen und ihr Verhalten im Alltag so genau beobachten und so präzise in Worte fassen kann, wie Gerhard Polt. Und es gibt wohl kaum eine spielfreudigere und originellere Musik-Combo als die Well-Brüder. Bei dieser Kombination kann wirklich gar nichts schiefgehen.»

(Rolf Wirz)


Do 15. Mai, Schützi: Wunschfeder

Sven Garrecht (Sieger Kabarett-Casting 2019), Bumillo, Jachen Wehrli

Moderation: René Sydow

 

 Das Programmteam zur Wunschfeder:


«Die Wunschfeder läuft jetzt zum dritten Mal. Was gibt es dieses Jahr? Sven Garrecht hat im letzten Jahr das Kabarett-Casting gewonnen und präsentiert jetzt sein erstes Solo-Programm.
Bumillo ist an diesem Abend der Bayer und vertritt die Spoken-Word- und Poetry-Slam-Szene. Er ist mit Philipp Scharrenberg (der im letzten Festival bei uns war) Teil vom Team «PauL – Poesie aus Leidenschaft». Mit diesem wurde er 2009 deutschsprachiger Meister. Inzwischen ist er erfolgreicher Kabarettist und Moderator.
Jachen Wehrli ist erst seit kurzem auf der Bühne. Er bringt sein Burn Out in Textform und macht daraus ein Programm.»

(Rainer von Arx)


Sa 16. Mai, Kulturm Solothurn: zu Gast in

Sven Garrecht, Bumillo


Do 14. Mai, Theaterstudio

Judith Bach

«Claire alleene» – aus lauter Lebenslust»


 

 Das Programmteam zu Judith Bach:


«Man darf sagen, sie hat es geschafft, auch ohne Olli auf der Bühne zu stehen. Als Claire vom Duo Luna-tic tourt sie mit ihrem ersten Soloprogramm «Claire alleene – aus lauter Lebenslust» in der Schweiz und in Deutschland. Die lustige kleine Berlinerin schafft es, dass das Publikum voll in ihre Geschichte mit der Oma Fritz eintaucht, ja sie nimmt einen mit in eine einzigartige Atmosphäre voll Poesie und Witz. Sie berührt und unterhält auch mit ihrem perfekten Klavierspiel und ihrer Stimme – nicht zu vergessen ist ihr Schauspieltalent. Ein Radiohörer schrieb, nachdem er ihr Stück gehört hatte: Ich gratuliere herzlich zu dieser Sendung! Das Beste, was ich seit langem gehört habe (und ich höre jeden Mittwochabend). Weiter so! Stellen Sie sich vor – Sie könnten es nicht nur hören, sondern auch noch sehen!»

(Christa Hirschi)


Do 14. Mai, Schwager Theater

Peter Fischer

«Zweitastengesellschaft»

 

Das Programmteam zu Peter Fischer:


«Peter Fischer war vor zwei Jahren an der Wunschfeder und ist in Olten gut angekommen. Inzwischen hat er ein neues Programm auf die Bühne gebracht. In «Zweitastengesellschaft» hangelt sich Peter Fischer durch
einen Abend voller Witz, Nachdenklichkeit und unterdrückter Wutanfälle. Und ein bisschen Jazz. Er bekennt Farbe, berichtet ungeschminkt von den eigenen (Fehl-)Entwicklungen und benennt dabei schonungslos die Wurzel allen Schwarzweissdenkens: den Klavierunterricht. Ein junger Kabarettist aus Bayern, der sowohl gesellschaftskritische Themen, aber auch einfach mal Unterhaltung bieten kann.»

(Rainer von Arx)
 

 


Fr 15. Mai, Stadttheater: Kabarett-Cocktail

Martin Frank | Alfred Mittermeier | Die Wellküren

 

 Das Programmteam zum Kabarett-Cocktail:

«Der Cocktail ist bayrisch, zu 100 %.
Martin Frank sahen wir im Januar 2018 in Freiburg zum ersten Mal. Er erzählt in seinem zweiten Programm «Es kommt wie’s kommt» unkompliziert und lustig von seinem Leben, vom Zuhause auf dem Bauernhof und unter anderem von der Grossmutter. In der Zwischenzeit gehört er zu den erfolgreichen Jungen in Deutschland: Bayrischer Kabarettpreis, «Prix Pantheon» in Bonn oder der Publikums- und Jurypreis des Grossen Kleinkunstfestivals in Berlin.
Der Zweite ist Politkabarettist Alfred Mittermeier. Er hat BWL studiert und arbeitete längere Zeit als Manager in Unternehmen. Seit 2003 ist er als Solokabarettist unterwegs. Er weiss also, wovon er spricht. Zitat: Sprachlich funkelnd, bissig, zynisch, urkomisch und auch mal hoffnungslos gemein – alles, nur niemals bierernst.
Der Abschluss des Abends ist musikalisch. Die Wellküren. Sie waren vor einigen Jahren schon mal an einem Kabarett-Brunch. Burgi, Bärbi und Moni Well, die Nummern 8, 11 und 15 der 17 Well-Geschwister, machen – Zitat: Mit bayerischem Dreigesang gegen stumpfe Einfalt oder weiblich, wild und well. Ganz sicher ein fulminanter Abschluss dieses abwechslungsreichen Bayern-Kabarett-Cocktails.»

(Claude Schoch)


Fr 15. Mai, Schützi

Robert Griess

«Das Leben ist kein Boni-Hof»

 

Das Programmteam zu Robert Griess:


«Griess ist bitterböse und geht mit der Politik, aber auch mit gesellschaftlicher Verblödung hart ins Gericht. Er scheut sich nicht, sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Seine Ironie durchschaut man manchmal erst, wenn der Satz schon vorbei ist. Der Video-Ausschnitt ist aus einem anderen Programm. Der Boni-Hof bleibt dann für die Kabarett-Tage vorbehalten.
Rüsten Sie sich mit wackeren Ohren und schauen Sie der Realität ins Auge.»

(Christian Blaser)
 

 


 Fr 15. Mai, Theaterstudio: Theaterkabarett

Sibylle und Michael Birkenmeier

«schwindelfrei»


 Das Programmteam zu Sibylle und Michael Birkenmeier:


«Die Geschwister Birkenmeier sind Schweizer Urgesteine in der Kabarett-Szene. Die beiden planen aufzuhören. Nutzen Sie also die Gelegenheit, das tief- und scharfsinnige Kabarett-Duo nochmals zu geniessen. Mir ist das Programm, in dem sie alle Zuschauer zu Asylbewerbern machen, bestens in Erinnerung. Es geht unter die Haut. Man muss es aushalten, manch eine Sache ist eine wahre Offenbarung. Der Titel «Schwindelfrei» macht neugierig. Bestens zu empfehlen, nicht nur für Bildungsbürger.»

(Christian Blaser)


 Fr 15. Mai, Vario Bar:

Dominik Muheim und Sanjiv Channa

«Chunnt scho guet»

 

 Das Programmteam zu Dominik Muheim und Sanjiv Channa:

«Dominik Muheim ist eigentlich Lehrer. Er startete seine Kabarett-Karriere erst 2015, als Sieger des Kabarett-Castings. Danach ging es rasant aufwärts. Zusammen mit Sanjiv Channa spielt er das zweite abendfüllende Programm «chunnt scho guet» in der ganzen Schweiz. Da treffen der Lebenskünstler Dominik Muheim auf den Barkeeper Sanjiv Channa. Sie erzählen ironische und amüsante Alltagsgeschichten, in denen sich der Zuschauer bestimmt teilweise wiedererkennen kann. Das Kabarett-Duo bringt eine humorvolle Mischung von Geschichten und Musik auf die Bühne – und beide sind mir auch als Menschen sehr sympathisch.»

(Claude Schoch)


Sa 16. Mai, Stadttheater: Kabarett meets Musik

Secondhand Orchestra

«Sgt. Pepper – Ein Mundartabend»

 

Das Programmteam zum Secondhand Orchestra:


«Letztes Jahr sagten wir bei «Heinz de Specht», vielleicht kommen sie wieder... – Versprechen erfüllt: Roman Ricklin und Daniel Schau haben mit Frölein Da Capo und Adrian Stern ein Quartett gebildet. Aus dem Off kommt noch der Radiogott aus meiner Jugend dazu – nein, sicher nicht Schawinski, sondern FM, François Mürner. Aber schauen Sie selber im Video. Ein Abend mit viel Musik – alle spielen alle Instrumente – dazu super Texte, Zeichnen, Puppenspiel und einer ganz wunderbaren Reise dieses legendären Beatles-Albums. Und gleichzeitig ist es fast wieder ein Schluss. Es ist ihre letzte Show in einem richtigen Theater, bevor das Projekt zu Ende geht.»

(Rainer von Arx)

 



Sa 16. Mai, Schützi

Stefan Waghubinger

«Jetzt hätten die guten Tage kommen können»

 

Das Programmteam zu Stefan Waghubinger:


«Mich fasziniert, wie Stefan Waghubinger in diesem Programm das perfekte Langeweile-Gesicht aufsetzt. Damit spielt er in seiner Lebensgeschichte, die er in der Ich-Form vorträgt. Er lullt einen damit ein, man unterschätzt ihn und zack, brilliert er mit klug analysierten Gedanken, zum Teil auch satirisch hinterhältigen Einlagen, die einen vom Stuhl hauen. Das Ganze ist dank der Ich-Geschichte auch sehr lustig und wunderbar unterhaltend. Ich habe an diesem Abend viel gelacht und kann das Programm sehr empfehlen.»

(Christian Blaser)


Sa 16. Mai, Theaterstudio: fremdsprachiges Programm (F und I)

Silvana Gargiulo & Nina Dimitri

«Il Disastro»


 Das Programmteam zum mehrsprachigen Abend mit Silvana Gargiulo und Nina Dimitri:


«PORCA MISERIA – QUEL DISASTRO!!
So macht sich Silvana Gargiulo auf der Bühne Luft über das, was gleich passiert. Das macht sie auf Italienisch und Deutsch. Schiefgegangen ist etwas beim Vorbereiten ihres Bühnenauftritts mit Nina Dimitri. Und Nina antwortet in Französisch und Deutsch. Ein richtig multisprachiger Abend. Und ein wirklich unterhaltsames, lustiges Programm mit diesen beiden liebenswürdigen Damen. Theaterkabarett vom Allerschönsten.
Der Abend im Theaterstudio dauert nicht so lange. Sie können alle im Anschluss noch ins Stadttheater ins Kabarest, um mit uns allen auf den Abschluss des 33. Festivals anzustossen.»

(Claude Schoch)



 


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Sieg der Superhelden

Autor : Andreas Stettler – Mi, 19.02.2020

Sie nennen sich «Die heldenhaften Zwei», gleiten über die Dächer der Stadt – froh, wenn diese noch trittfeste Ziegel haben und keine glitschigen Solarpanels – und sind mit der noch grade tolerablen Verspätung von drei Minuten zur Stelle, wenn Unholde wehrlose Menschen bedrohen. Wie zum Beispiel Elisabeth, die im Publikum sitzt und die Rolle des Opfers «spielt» und am Ende dann doch eigentlich selber schuld ist, dass ihre Handtasche fehlt.

Badumts Simon & Ingo
Badumts
| Simon & Ingo

Und sich dann von den heldenhaften Zwei anhören muss, wie unsensibel sie doch auf deren gewaltfreie und somit weitgehend wirkungslose Intervention reagiere. Miro Hintermüller und This Wachter alias «Badumts» sind die beiden Superhelden-Softies, die, wenn auch nicht den Kampf gegen das Böse, so doch den 1. Casting-Abend für sich entschieden haben. Jeder, auch Badumts, kriegt eine zweite Chance. Die beiden Winterthurer haben sie nach ihrem ersten Versuch am Casting 2019 wirkungsvoll genutzt.

Sadja Enzen Rüdisühli Fritz!!
Sadja Enzen | Rüdisühli Fritz!!  

Mit auf der Bühne standen Simon & Ingo aus Deutschland, die mit ihrem politischen Liedermacher-Rap-Kabarett «Hippie Hippie Yeah» von Umwelt-, Wirtschafts- und Gesellschaftsthemen sprechsangen. Sadja Enzen regte sich unsäglich über die zynische Frage «Wie gehts dir?» auf, die für Arbeitslose oder Depressive alles nur noch schlimmer macht. Peter Willener alias Rüdisühli Fritz!! schliesslich schlug vor, die Schweiz kurzerhand komplett zuzubetonieren, das gebe auf jeden Fall schön breite Strassen und genügend Parkplätze.

Jan Ruthishauser
Jan Ruthishauser (Moderation)

Badumts sind damit die ersten von drei Finalteilnehmern des 9. Kabarett-Castings, einer Talentsuche im Rahmen der Oltner Kabarett-Tage. Die weiteren werden in den Vorrunden vom 10. und 31. März ebenfalls im Schwager Theater erkoren, wo Jury wie auch Publikum über den Ausgang mitentscheiden.

Weitere Bilder in der Galerie.

Fotos: Dieter Graf

 

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Lisa Christ gewinnt den JUNGSEGLER

Autor : Edy Müller – Sa, 24.08.2019

Die Gewinnerin des Oltner Kabarett-Castings von 2018, Lisa Christ, ist weiter auf Erfolgskurs. Nachdem sie im Sommer erfolgreich durch die Sendung «Comedy Talent Show» führte, gibt es News von der Bühenwelt:

Lisa Christ gewinnt den «Jungsegler» des nordArt.ch Festivals!

Bei der erstmaligen Durchführung des Jungseglers konnte sie nach der Vorauswahl mit drei anderen Künstlern und Gruppen sich am nordArt Festival präsentieren und wurde von der Jury zur Siegerin erkoren. Nach dem Gewinn des 7. Kabarett-Castings ist dies der zweite wichtige Kleinkunstpreis in der jungen Karriere von Lisa Christ.

Die Begründung der Jury (Barbara Anderhub, Anna Frey und Paul Steinmann):
«Lisa Christ schafft es mit engagierten Texten und einer starken Bühnenpräsenz das Publikum mitzunehmen in die Welt einer jungen Frau, die mit dem Erwachsenwerden ringt. Die Kabarettistin und Slam-Poetin bringt das Publikum spielend dazu, seine eigene Positionen zu überdenken und schafft es immer wieder mit ihrem scharfem Witz zu überraschen. Dass durch ihre wütende Energie immer auch eine Verletzlichkeit durchschimmert, verleiht Lisa Christ noch mehr Dringlichkeit.»

Herzliche Gratulation!

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Sven Garrecht gewinnt das Casting 2019

Autor : Andreas Stettler – Mi, 22.05.2019

Es ist Sven Garrecht!

Der 30-jährige Mainzer setzte sich im Final des Oltner Kabarett-Castings in einem knappen Rennen gegen die beiden anderen Vorrunden-Qualifikanten Konstantin Korovin und Gregor Stäheli durch. Mit seinem teils gesungenen – er begleitet sich am Klavier – teils gesprochenem Programm gewann er schnell die Gunst der Jury und des Publikums, denn dieses hatte selbstverständlich auch eine Stimme.

Garrecht erhielt einen Förderbeitrag von CHF 10‘000 für ein einjähriges Coaching und zur Entwicklung eines abendfüllenden Programms. Er wird es am «Wunschfeder»-Abend der Oltner Kabarett-Tage 2020 aufführen.

 

Konstantin Korovin | Gregor Stäheli

 

Sven Garrecht

 

Moderatorin Lisa Catena | Sieger Sven Garrecht

Fotos: Dieter Graf

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Presseschau 2019

Autor : Edy Müller – Sa, 18.05.2019

Wie die Medien über das aktuelle Festival berichten

22.05. – Oltner Tagblatt: «Sven Garrecht heisst der Sieger des Kabarett-Castings 2019»
An den Oltner Kabarett-Tagen war am Dienstagabend Orakel spielen angesagt – galt es doch, am Casting-Final die zukünftige Bühnenkarriere der drei Finalteilnehmer vorherzusehen. …

22.05. – SRF 1 / 10vor10: «Renato Kaiser – ein Comedian erobert die Schweizer Bühnen»
Ein Bericht über Renato Kaiser, zum Teil gedreht an den Kabarett-Tagen (Im Video ab Minute 20)

20.05. – Oltner Tagbaltt: «Die Turmrede stand an – und Senf, Cervelat und Cornichon folgten»
Olten Patti Basler, Slammerin, Kabarettistin und Literatin, zog die Massen auf den Ildefonsplatz. Die Turmrede stand an. …

17.05. – Oltner Tagblatt: «Max Uthoff macht Kabarett mit Auftrag»
Max Uthoff, Cornichonpreisträger 2019, trat im Oltner Stadttheater mit seinem Programm «Moskauer Hunde» auf. …

16.05. – Radio SRF: «Patti Basler – die preisgekrönte Bauerntochter» (Regionaljournal AG/SO, 12 Min.)
Die Fricktaler Slam-Poetin und Kabarettistin Patti Basler reitet aktuell auf einer Erfolgswelle. Sie ist frischgebackene Gewinnerin des Salzburger Stiers, eine der renommiertesten Auszeichnungen des deutschsprachigen Kabaretts. …

16.05. – AZ Medien: «Olten – die wahre Hauptstadt des Kabaretts» 
Einmal mehr gab es zur Eröffnung der Oltner Kabarett-Tage einen besonderen Leckerbissen: Max Uthoff, ein virtuoser Meister der präzisen Sprache. Mit atemberaubender Sprechgeschwindigkeit und rhetorischer Brillanz zog er das Publikum in seinen Bann. …

16.05. – az Solothurner Zeitung: «Max Uthoff nahm Kabarett-Preis Cornichon 2019 und gab dafür sein neustes Programm»
In Olten finden vom 15. bis 25. Mai 2019 die 32. Kabarett-Tage statt. Zum Auftakt nahm Max Uthoff den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2019 entgegen. …

15.05. – Oltner Tagblatt: «Werner Nydegger stellt an der Ringstrasse aus»
Werner Nydegger stellt einen Teil seiner Werke an der Ringstrasse 39 aus. Die Ausstellung findet im dritten Stock vom 15. bis 25. Mai während der Oltner Kabarett-Tage statt. …

12.05. – Oltner Tagblatt: «Der tosende Poet aus Bayern hat gleich drei Auftritte an den Kabarett-Tagen» 
Peter Spielbauer aus Deutschland kommt an den Oltner Kabarett-Tagen gleich drei Mal zum Handkuss. …

19.03. – CH Media: «Von der Kanzlei auf die Bühne: Max Uthoff erhält den Cornichon-Preis»
Max Uthoff ist einer der Grossen der deutschen Kabarett-Szene. Der Polit-Satiriker aus der ZDF-Sendung «Die Anstalt» räumt einen Preis nach dem anderen ab. Jetzt wird er an den Oltner Kabarett-Tagen auch mit dem Cornichon ausgezeichnet. …

 

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Die drei Finalisten sind komplett

Autor : Andreas Stettler – Fr, 29.03.2019

Der wohl älteste Zivi der Welt hat die dritte Vorrunde des Oltner Kabarett-Castings für sich entschieden. Konstantin Korovin überzeugte Jury und Publikum mit seinen Selbstbetrachtungen als ukrainischer Secondo, seinen Gedanken über die einschüchternde Wirkung der russischen Sprache und seiner Vorstellung davon, wie ein Banküberfall in der Schweiz wohl von Statten gehen muss: sehr gesittet und freundlich.

Somit wird er im Rahmen der Oltner Kabaretttage am 21. Mai gegen Sven Garrecht und Gregor Stäheli antreten. Ein reiner Männer-Final zwar, der jedoch mit viel Charme gespickt sein wird und Frauenherzen durchaus zu gewinnen vermag.

 

Dabei hatte gerade Rebekka Lindauer bis am Schluss gute Chancen, sich gegen Korovin durchzusetzen. Sie schaffte es mit ihrer gnadenlosen Abrechnung mit Funktions-bekleidung immerhin in den Abendfinal. Kein Wunder, meinte sie, die gelernte Haute-Couture-Schneiderin, perlten romantische Annäherungsversuche an den – oft übel riechenden – Hightech-Textilien ab wie Regentropfen. Ebenso gnadenlos waren ihre Szenarien vom Eisbär, der eines Tages bei uns einwandern könnte; eine bitterböse Analogie zur aktuellen Migration.

Das Duo Badumts, dessen onomatopoetischer Name klingt wie ein Schlagzeugsound, waren in ihrer Programmwahl sehr mutig: Sie sammelten im Publikum Handys ein und schenkten ihm echte Ruhe. Buchstäblich. Stille. Minutenlang. Einer der beiden wurde dann aber selber zappelig und beklagte sich, notabene via Handy, über die saublöde Idee seines Bühnenpartners mit diesem Feldversuch.

Milva Stark, deren grösste Sorge die menschliche Dummheit ist, gab ein Gedicht zum Besten, das die Zuschauer auf geschickte Weise irreführte. Sie hatte nämlich in dieser durchzechten Nacht nicht etwa einen hässlichen Typen, sondern einen Ohrwurm mit nach Hause genommen, den sie nicht mehr los wurde. Bezeichnenderweise stimmte die Schauspielerin und Slammerin dann den Gassenhauer «Atemlos durch die Nacht» an. 

 

Gesungen wird auf jeden Fall auch im Final: Sven Garrecht (Sieger 1. Casting-Abend) ist Musikkabarettist. Gregor Stäheli (Sieger 2. Abend) und Konstantin Korovin machen klassisches Kabarett mit einem Schuss Comedy. Sie werden nicht mehr nur 10 Minuten Zeit haben wie in den Vorrunden, sondern eine halbe Stunde. Da darf man gespannt sein, was die jungen Nachwuchskünstler an Lustigem, Frechem und Bissigem kredenzen werden.

Weitere Bilder in der Galerie.

Fotos: Dieter Graf

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Gregor Stäheli gewinnt die 2. Vorrunde

Autor : Andreas Stettler – Do, 21.02.2019

Die Vielfalt des Gezeigten, genauer gesagt des Gesprochenen, Gesungenen und Getanzten war auch diesmal beeindruckend. Die Nachwuchs-Kabarettisten Jonas Gygax, Hani Who, Gregor Stäheli und die Willküren hatten je 10 Minuten Zeit, einen Ausschnitt aus ihrem Schaffen vorzustellen. Im Abendfinal zwischen Hani Who und Stäheli vermochte Letzterer nach Meinung der Jury und des Publikums dann mehr zu überzeugen. Der Basler aus Zürich, der mit dem Publikum zum Mittelpunkt der Herzen reiste, gewann das legendäre grosse Cornichon-Glas und einen Bühnenplatz am Casting-Final anlässlich der Oltner Kabarett-Tage im Mai. Durch den Abend führte Lisa Catena, Gewinnerin des ersten Castings vor acht Jahren.

Gregor Stäheli  Jonas Gygax
Gregor Stäheli und Jonas Gygax

Stäheli will partout nicht erwachsen werden und macht sich als Peter Pan auf die Suche nach seiner Wendy in Nimmerland, in die er unsterblich verliebt ist. Er, der überbehütet aufgewachsen ist und das Reisen überhaupt nicht erholsam findet, rät den Menschen, anstatt sich dauernd selber zu suchen, sich gar nicht erst zu verlieren. Liebe und Verletzlichkeit liegen halt sehr nahe beieinander, im Herzen eben, wohin die Reise des jungen Kabarettisten schliesslich hinführt. Jene der Zuschauer hat er offensichtlich erreicht.

Die Willküren  Hani Who
Die Willküren und Hani Who

Hani Who, der bayrische Afghane oder afghanische Bayer und Kindererzieher, auf jeden Fall aber mit Migrationsvordergrund, sinnierte mit sanfter Stimme über die Schwierigkeiten der deutschen Sprache und das neue Rollenverständnis der Männer.

Die Opferrolle seines Geschlechts beackerte auch der Emmentaler Jonas Gygax in schnellem, geschliffenem Hochdeutsch; er identifizierte neue Gesellschaftsklassen, eine Verrohung der Sitten und ein aufkeimendes Autoritätsbedürfnis.


Moderatorin Lisa Catena

Alles andere als willkürlich schliesslich waren die Willküren, drei Frauen mit ihren Instrumenten, die mehrstimmig und musikalisch in die Gedankenwelt einer ausrangierten Schreibmaschine vordrangen. Wegen eines Bänderrisses entschied sich diese, nichts mehr zu tun und so vielleicht Schlimmeres zu verhindern.

Die nächste Ladung junges Kabarett, das hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird: 3. Casting-Abend, Dienstag, 26. März, im Schwager Theater.

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Fotos: Dieter Graf

 

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Einer von drei Finalisten steht fest

Autor : Andreas Stettler – Mi, 16.01.2019

Die ersten vier Nachwuchs-Kabarettisten haben die Latte schon mal hoch gelegt. Eddie Ramirez, HOSH, Isabelle Anne Küng und Sven Garrecht schenkten sich nichts, als sie in dieser Reihenfolge je 10 Minuten Zeit hatten, sich in die Herzen von Jury und Publikum zu reden, zu singen und zu spielen. In den «kleinen Final» an diesem Abend schafften es Küng und Garrecht, der schliesslich zum Sieger dieser ersten Vorrunde und somit zum Finalteilnehmer (Dienstag, 21. Mai) gekürt wurde. Mit seiner bereits routiniert wirkenden Klavier-und-Gesang-Performance hatte er das gut gefüllte Schwager Theater rasch auf seiner Seite.

 

Sven Garrecht und Isabelle Anne Küng

Der Deutsche hat gezeigt, dass er mit seinem musikalischen Können und seinem spielerisch-präzisen Umgang mit der Sprache das Zeugs für eine kabarettistische Karriere hat. Seine Bewunderung für den Po der Po-Litesse, seine schonungslose Analyse von Ü-60ern und ihren Avancen gegenüber U-30ern sowie das Abschiedslied an seine Haare waren herrlich unterhaltend.

Isabelle Anne Küng schlüpfte in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hatte, nochmals zurückzukommen. «Er» verglich Sprachgebrauch, Romantik und Sex von damals und heute, wobei er zum Schluss kam, dass die Sitten sicher nicht besser geworden sind. Vor allem gab er seinem Bedauern Ausdruck, dass wir in der Gegenwart in allen Lebensbereichen mit so viel Doppelmoral zu kämpfen haben.

 

HOSH und Eddie Ramirez

HOSH schilderte in erfrischend langsamem Bärndütsch seinen Versuch, die abendländische Kultur zu retten, allen voran den Humor. In seinem Fall ist dieser zeitweise so schwarz, das die Lacher ebenfalls etwas länger brauchen. Das ist kein Mangel. Als 1.-August-Redner in einem «Reservat» für «Ureinwohner» im Berner Hinterland hatte er mit Themen wie dem Flüchtlingsstrom und Schwarzgeld keinen leichten Stand.

 

 Sieger Sven Garrecht und Moderator Jan Ruthishauser

Eddie Ramirez schliesslich, der Mann mit der Eddie-tude, erzählte auf sympathisch-witzige Weise und mit wortgewandter Selbstironie von seinen täglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. Jetzt wissen wir, dass seine Begleiter nicht immer Betreuer, sondern auch seine Freunde sein können; und dass nicht jede Rollstuhlfahrerin immer gleich seine Freundin werden kann.

Die nächste Ladung junges Kabarett, das hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird: Dienstag, 19. Februar, im Schwager Theater.

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Bilder: Dieter Graf

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Die Jungen sind (wieder) los

Autor : Andreas Stettler – Mo, 07.01.2019

Die Suche nach den besten Nachwuchs-Kabarettistinnen und -Kabarettisten erlebt bereits die 8. Auflage. An drei Abenden im Januar, Februar und März wird das Schwager Theater zur Casting-Bühne, auf der sich jeweils vier – also insgesamt 12 – ausgewählte Jungtalente messen. Jedes Mal wird der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin erkoren. Diese drei Besten der Vorrunde treten am 21. Mai im Final gegeneinander an. Den Anfang machen am 15. Januar um 20 Uhr Sven Garrecht, Isabelle Anne Küng, Eddie Ramirez und HOSH.

Sven Garrecht hat begriffen, dass, wenn die Welt wirklich jeden Tag schlechter wird, gestern zwar alles noch nicht ganz so schlimm war wie heute, aber dann immerhin heute noch besser als morgen. Isabelle Anne Küng schlüpft in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hat, nochmals zurückzukommen. Zwei Welten treffen frontal aufeinander. Eddie Ramirez unterscheidet sich von den meisten andern Kabarettisten schon durch seine Art der Fortbewegung: Der Zürcher erzählt mit wortgewandtem Charme und Selbstironie von seinen alltäglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. HOSH schliesslich wird aus unerfindlichen Gründen als Redner zu einer 1.-August-Feier eingeladen, deren Veranstalter das christliche Abendland – und er den Humor – retten wollen.

Ein vielversprechende Ladung Kabarett, die hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird. Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Schwager Theater.
Weitere Infos und (noch die letzten) Tickets online.

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Oltnerin gewinnt Kabarett-Casting

Autor : Franziska Monnerat – Do, 31.05.2018

Lisa Christ setzte sich im Finale gegen ihre beiden männlichen Konkurrenten durch und gewinnt den Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

«Erinnern Sie sich noch an Ihren 16. Geburtstag?», fragte Lisa Christ das Publikum am Anfang ihres Auftritts. Danach begann sie darüber zu sinnieren, was sich seither verändert hat. Anstatt literweise Wodka runterzuschütten, nippe sie den ganzen Abend an einem Glas Weisswein. Anstatt die ganze Nacht zu tanzen, suche sie sich im Club einen Stuhl mit Lehne. Mit Bedauern stellte die 27-Jährige fest, dass ihre Götter Faulheit, Feiern und Fett auch im Freundeskreis an Bedeutung verlieren. Während die einen dem Fitness- und Gesundheitswahn verfallen, gründen die anderen eine Familie. Ihre Erkenntnisse teilte Christ, die seit über zehn Jahren an Poetry Slams teilnimmt und vor kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht hat, in rasend schnellem Tempo.

Gemächlicher ging es bei den Auftritten der anderen beiden Finalisten zu und her. Piet Heusser, der im Jungen Theater Winterthur Bühnenerfahrung gesammelt hat, verlas an einem Tisch sitzend den «Bericht aus dem Lande», eine bitterbösen Abrechnung mit Schweizer Eigenheiten vom Berner Sennenhund über den Tunnelbau bis zu Helikoptereltern.

Der Schauspieler Philipp Langenegger machte seine Herkunft zum Programm. In breitem Dialekt berichtete er vom Landleben nahe dem Säntis, dem «Matterhorn des Appenzellerlands». Er schilderte Situationen, wie sie sich im Dorf abspielen und stellte unter Einbezug des Publikums skurrile Szenen nach, wie sie ihm im Stall begegneten. So berichtete er beispielsweise davon, wie sich seine schönste Kuh Soraya mit den Hörern in der Heuraufe verfing, weil ein Nacktwanderer sie erschreckt hatte.

Durch den Finalabend im ausverkauften Schwager Theater führte wie bereits bei den drei Vorrunden Lisa Catena, die Siegerin des 1. Oltner Kabarett-Castings. Die erfolgreiche Satirikerin tourt zur Zeit mit ihrem Programm «Nume nid gsprängt!» durch die Schweiz.

 

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

 

Lisa Christ und die Moderatorin Lisa Catena