Stefan Waghubinger

Jetzt hätten die guten Tage kommen können 

Das Nörgeln hat Stefan Waghubinger als Österreicher von der Pike auf gelernt und in seiner neuen Heimat Stuttgart mit schwäbischer Gründlichkeit perfektioniert. Der gelernte Theologe ist von der Kanzel auf die Bühne herabgestiegen und jammert dort nun auf höchstem Bildungsniveau.

In seinem dritten Soloprogramm hat es Waghubinger ganz nach oben geschafft. Auf dem Dachboden seiner Eltern sucht er eine leere Schachtel und findet den, der er mal war, den, der er mal werden wollte, und den, der er ist. Es wird also eng zwischen zerbrechlichen Wünschen und zerbrochenen Blumentöpfen, zumal da noch die Führer der grossen Weltreligionen und ein Eichhörnchen auftauchen. Neunzig Minuten glänzende Unterhaltung in verstaubten Oberflächen.

Aber Vorsicht, zwischen den morschen Brettern geht es in die Tiefe. Denn: «Plötzlich hat man keinen Boden mehr unter den Füssen und dann hat man Angst ohne Grund.»
(aus: «Jetzt hätten die guten Tage kommen können»)