Markus Aporta siegt am zweiten Casting-Abend 2026
Moderator Christoph Simon eröffnete den zweiten Abend der Nachwuchs-Olympiade der Oltner Kabaretttage. Die Künstler suchen Olten nicht zuletzt zu Recherchezwecken auf. «Also», riet er dem Publikum, «seid lieb, ihr seid vielleicht Thema ihrer nächsten Programme.»





Mit viel Sarkasmus wirbt der Rheinländer Markus Aporta um die Schweiz als Rüstungspartnerin der Deutschen. Die hat im ersten Krieg der Wilhelm angeführt, im zweiten hat ein Österreicher ausgeholfen, nun sind also wir dran. Raus aus der Neutralität, weg von der Ersatzbank! Der schnellsprechende Deutsche dient uns in seinem Programm mit dem programmatischen Titel «Bitte nicht nachdenken – Ich spreche für Sie!» den Bünzli-Führer Hugo und ein Parteilied an: «Schweiz, Schweiz, nur du allein, dort wo die schönsten Bunker stehen, du sollst das Land meiner Träume sein.» Nur zum Schutze der Alpen, versteht sich. Aporta demaskiert mit seinem Sprachwitz die aktuelle Aufrüstungseuphorie als reine Propaganda. Und die ist alternativlos.

Sabine Ronge (mit bewusst ausgesprochenen Es Im Namen) tritt als psychologische Multikabarettistin mit viel Therapieerfahrung an. Was sie sich nun am meisten wünscht: Weniger Online-Pessimismus und einen Mute-Button für die innere Therapeutin. Die befindet auf a-ü-f, also «ausreichend überfordert», und zwar vom Optimierungsdruck. Da hilft ein (Über-) Lebenskoffer. Denn das zweite Leben beginnt dann, wenn man merkt, dass man nur eines hat. Ist es wirklich Freiheit – oder Zeitdruck? Ist es noch Hoffnung, oder schon Vorbereitung. Statt Dating-App hilft vielleicht eine Tüte Chips, sozusagen die Downting-App – aber die verspricht ja ebenfalls Zweifel. Mit einer Prise Paprika.
Nathalie Frey aus Zürich beleuchtet Widersprüche und Skurrilitäten. Sie spricht über exzessiven Haarwuchs, den sie ihrem ägyptischen Vater verdankt. Und trifft auf ganz spezielle Vorurteile gegenüber Arabern aus Ägypten: Sie sind soo sexy, dass jede Schweizer Touristin, wie z.B. Arbeitskollegin Sybil, das Gefühl hat, ihr Mami zu sein. Da kann man schon den inneren Drang kriegen, im ÖV einfach einmal 10 Minuten durchzugäussen.»
Der Ostschweizer Simon Hotz hat schon Monate damit verbracht, ein halbwegs vernünftiges Date zustande zu bringen. Doch als es kann klappt, verschwindet Friedhelm mir nichts dir nichts. Damit musste er das Date absagen: «Du los emol, dr Hamster isch mer abghaue.» Doch seitdem er angefangen hat, allen Leuten ungefragt seine persönlichen Probleme zu erzählen, dem Dönermann, dem Coiffeur, freut er sich, dass er die Welt nicht mehr alleine aushalten muss.
