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Mit französischem Charme ins Final 2022

Die zweite Vorrunde hat den zweiten Finalisten des diesjährigen Kabarett-Castings hervorgebracht: Er heisst Benjamin – also Banschamä – und ist gebürtiger Franzose. «Dihei» ist er jedoch seit vielen Jahren im Züribiet, verheiratet mit einer Ukrainerin. Und da gingen schon das erste Mal die Brauen hoch im Publikum. Er begab sich dann auf eine sehr mutige Gratwandung zwischen der traurigen Aktualität und gut gesetzten, sensiblen Pointen. Als Expat und Eingebürgerter zerpflückte er ausserdem das Vorurteil, die Schweiz, besonders Bonstetten, sei langweilig und man lerne seine Nachbarn nicht kennen: Man müsse nur um 22.30 Uhr die Waschmaschine laufen lassen …!

«Irgendwo passiert immer irgendwem irgendetwas…». Jeremy Chavez, einer der beiden Abendfinalisten, hob sanft ab und schwebte mit dem Publikum mit feinen, aber temporeichen Wortspielen in die Köpfe verschiedener Charaktere, die gerade jetzt oder irgendwann heute einen «Rucksack für alle Fälle» packen oder an einem Buch mit Nobelpreis-Potential scheitern. Berta, alias Katrin Segger, malte ein schönes Bild mit Bezug zur japanischen Kintsugi-Methode, Scherben mit Gold wieder zusammenzufügen. Und übertrug diese Idee auf alles, was in der Welt kaputt gegangen ist oder gehen könnte. Und schliesslich war Röbi Buchli von den Bergen herabgestiegen – das ist allerdings schon lange her – um den Oltner Kabarettfans mit scharfsinnigem «Bündner Husverstand» die überraschenden Erkenntnisse hinter den Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu offenbaren.